Die Stoßzeiten trafen das Team unvorbereitet. Drei parallele Schlangen erzeugten Ungerechtigkeitsgefühle, Self-Checkout blieb ungenutzt, weil unklar war, wie Hilfe funktioniert. Viele Kundinnen gaben kurz vor dem Ziel auf und ließen Waren zurück. Beschwerden führten zu hektischen Ad-hoc-Entscheidungen, die neue Probleme verursachten. Niemand erkannte Muster, weil keine Daten sichtbar waren. Das Ergebnis: gestresste Mitarbeitende, unruhige Kundschaft und ein Teufelskreis aus Frust, Abbrüchen und sinkender Loyalität. Es brauchte einen klaren, gemeinsamen Ansatz statt noch mehr Aktionismus.
Zuerst kam das Single-Queue-Layout, unterstützt durch Bodenmarkierungen und einen freundlichen Host. Ein kleines Display zeigte Durchschnittswartezeiten und die Zahl aktiver Kassen. Self-Checkout erhielt eine feste Betreuung, Sonderfälle eine Nebenstation. Mitarbeitende trainierten kurze Ansagen und klare Handzeichen. Gleichzeitig wurden Schichtpläne mit einfachen Frühwarnindikatoren ergänzt. Nichts davon war spektakulär. Aber die Summe dieser klaren, realistischen Schritte schuf Ordnung. Ordnung reduzierte Variabilität, Variabilität schrumpfte Wartezeit. So entstand ein stabiler Fluss, der sich jeden Freitag bewährte und Vertrauen zurückbrachte.
Die Abbruchrate sank, Impulskäufe stiegen leicht, und Beschwerden gingen zurück. Mitarbeitende berichteten von ruhigerer Kommunikation und weniger Stress. Die Wartezeitanzeige wurde als ehrlich wahrgenommen. Self-Checkout trug spürbar zur Entlastung bei, ohne jemanden auszuschließen. Aus dem nervösen Freitag wurde ein berechenbarer Peak, den das Team mit Gelassenheit managte. Diese Gelassenheit übertrug sich auf die Kundschaft, die seltener wechselte und treuer wiederkehrte. Erfolg zeigte sich im Gefühl des Miteinanders, lange bevor die Zahlen endgültig überzeugten.